Was sagen Sie dazu, Frau Professor Wieck?

Als Leiterin des Fachgebiet Agrar- und Ernährungspolitik an der Universität Hohenheim bringt sich Frau Prof. Dr. Wieck in diversen Formaten in die öffentliche Debatte und die Politikgestaltung ein. Auf dieser Seite haben wir ihre Beiträge und Stellungnahmen zusammengetragen:

Mitgliedschaften

Co-Vorsitzende des WBAE

Zusammen mit Gesundheitspsychologin Britta Renner ist Christine Wieck Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE).

Den Beitrag finden Sie in Kurz gemeldet.

Impulsvorträge zur Ausgestaltung der GAP ab 2028

Auftaktveranstaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 in Baden-Württemberg

Bei der Auftaktveranstaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 in Baden-Württemberg am 01. Oktober 2025 war Frau Wieck ebenfalls anwesend. Dort hat sie am Nachmittag in der Arbeitsgruppe „Regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte und Verbrauchererwartungen“ mit einem kurzen Impulsvortrag zu den gesellschaftlichen Anforderungen zur Debatte beigetragen.  

Ihre Kernpunkte:  

  • Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft, insbesondere in den Bereichen Tierhaltung, Pflanzenbau und Ernährungssicherung, bleiben weiterhin hoch. Angesichts von Klimawandel, globaler Druck auf natürliche Ressourcen, geopolitischen Krisen und wachsender Weltbevölkerung soll die Landwirtschaft nicht nur nachhaltig, sondern auch krisenfest produzieren können.  Parallel verändern sich die Ernährungsgewohnheiten. Während der Konsum tierischer Produkte weiterhin weit verbreitet ist, wird die Ernährung insgesamt vielfältiger und das Verständnis, dass Ernährung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wird, wächst.
  • Allerdings hat sich das Preisbewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten zudem dauerhaft verschärft. Viele greifen nun häufiger zu Sonderangeboten, Eigenmarken oder günstigeren Alternativen. Nachhaltige und regionale Produkte spielen weiterhin eine Rolle, werden jedoch zunehmend nur dann nachgefragt, wenn der Preis passt.
  • Dies bedeutet für landwirtschaftliche Betriebe, dass sie den Preisdruck der Konsumenten sowie deren Wünsche nach Tierwohl, Nachhaltigkeit und Qualität berücksichtigen müssen. Kosteneffizienz und höhere Nachhaltigkeitsanforderungen müssen daher in der betrieblichen Produktion vereinbart werden. Eine Segmentierung des Angebots von preisgünstigen Standardprodukten bis hin zu hochwertigen Spezialprodukten eröffnet Chancen.
  • Auch der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) treibt Veränderungen aktiv voran. Allerdings sind diese Maßnahmen oft nicht flächendeckend und die Finanzierung bleibt häufig unzureichend, gerade um damit die gesamte Transformation des Sektors voranzutreiben, wenn politische Unterstützung, wie im Borchert-Konzept vorgesehen, fehlt.  
  • Dies forciert den Strukturwandel. Betriebe, die bereits hohe Standards (z. B. Haltungsform 3) erfüllen, können von „Mitnahmeeffekten“ profitieren und ihre Zukunft sichern. Betriebe, die die Standards noch nicht erreicht haben, stehen hingegen vor schwierigen Entscheidungen, wie ein Umbau finanziert werden kann. Oft führt dies dann zu einem (geordneten) Ausstieg.  

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier einsehen.

Die Stellungnahme in Kürze finden Sie hier.

Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

Am 29. April 2026 war Frau Wieck eingeladen, um ihre Stellungnahme zur "Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028" vor dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus zu präsentieren.

Professor Wiecks Kernpunkte:  

  • Wie bereits von WBAE und ZKL in ihren Publikationen erwähnten, sind Direktzahlungen kein angemessenes Instrument, um die Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe zu sichern. Direktzahlungen sollten gestreckt über einen längeren Zeitraum abgebaut werden und zunehmend auf die Honorierung von Gemeinwohlleistungen ausgerichtet werden.
  • Zur Förderung kleinbäuerlicher Strukturen gibt es diverse Ansätze
  • Um Wettbewerbungsverzerrungen zwischen den EU-Mitgliedern und potenzielle „race to the bottom“, gerade im Agrarumwelt- und Naturschutz, zu verhindern, sollte die EU-Kommission geeignete Kontroll- und Sanktionierungssysteme einführen
  • Zur Finanzierung des Agrarsektors braucht es eine klare Verbindung von Förderziel, Messbarkeit der Zielerreichung und transparente Überprüfung der Zielerreichung.
  • Es sollte über Mechanismen nachgedacht werden, die Junglandwirten:innen und Stakeholdern aus Jugendverbänden in die Ausgestaltung der GAP einbinden
  • Ein purer Fokus auf regionale Autarkie ist als Politikziel nicht zielführend oder sinnvoll
  • Die engen Verflechtungen im Handel und in der Weltwirtschaft auf verschiedenen Ebenen unterstreichen die Notwendigkeit von Lösungen, die auf Konsens und Kompromissen beruhen. Dafür gibt es auf internationaler Ebene eine große Auswahl an politischen Maßnahmen
  • Die EU-Kommission sollte auch künftig eine starke Rolle einnehmen, um Vergleichbarkeit und Mindestanforderungen zwischen den EU-Mitgliedern sicherzustellen

Die vollständige Stellungnahme und Belege für Professor Wiecks Position finden Sie hier.

Kommentierungen zur Agrarpolitik der EU und Bundesregierung

Stellungnahme in Agra Europe vom 18. März 2025

Beitrag: "Ernährung sichern – Umwelt schützen" vom 18. März 2025

Professor Wiecks Kernpunkte:  

  • Das Agrar- und Ernährungssystem steht vor verschiedenen Herausforderungen; das Umfeld, in dem es agiert, ist zunehmend unsicher geworden.
  • Das Narrativ der Ernährungssicherheit in der EU sollte nicht dazu genutzt werden, den Schutz natürlicher Ressourcen oder die Bekämpfung des Klimawandels zu reduzieren.
  • Eine Gegenüberstellung von Ernährungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit ist nicht zielführend, da beide Ziele nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander stehen.
  • Eine Absenkung des Ambitionsniveaus im Umwelt- und Klimaschutz ist nur schwer mit der Forderung nach einem starken Agrarbudget in Einklang zu bringen.
  • Besonders relevante Handlungsfelder sind eine bessere und verlässlichere Finanzierung für mehr Tierwohl.

Den vollständigen Beitrag finden finden Sie bei Agra Europe.

Beitrag im Wirtschaftsdienst, Februar 2026

Ebenso hat Frau Professor Wieck einen Impuls zur Reform der EU Agrarpolitik nach 2028 für die Zeitschrift Wirtschaftsdienst geschrieben.

Professor Wiecks Kernpunkte:

  • Die Vorschläge zum MFR und der GAP nach 2028 beinhalten eher eine „Neuordnung“ der Finanzarchitektur der GAP als die Behandlung zentraler Zukunftsthemen wie eine bessere Verzahnung der GAP mit der Ernährungspolitik, der Tierschutzpolitik oder der Biodiversitäts- und Naturschutzpolitik. 
  • Die flächenbezogenen Direktzahlungen sollen weiterhin einen erheblichen Anteil des Agrarbudgets ausmachen – was in klarem Widerspruch zum wissenschaftlichen Konsens steht, dass Direktzahlungen in ihrer bisherigen Form schrittweise abgeschafft werden sollten, da sie zu wenig zielgerichtet sind, um die großen Herausforderungen im Agrarumwelt-, KIima- oder Tierschutz zu adressieren. 
  • Die vorgeschlagene größere Flexibilität in der Programmierung der Finanzmittel im NRPF fördert eine noch stärkere Renationalisierung der Agrarpolitik, was zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen auf dem EU-Binnenmarkt führen kann, wenn nicht ausreichende Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten geschaffen werden.  

Den vollständigen Beitrag finden Sie im Wirtschaftsdienst.

Einschätzung in Agra Europe vom 30. April 2026

Beitrag: "Nur gemeinsam bleibt sie stark" vom 30. April 2026

  • Im Bereich der Tierhaltung besteht weiterhin Handlungsbedarf; insbesondere der Wegfall des Bundesprogramms Umbau der Tierhaltung (BUT) wird kritisch bewertet.
  • Herausforderungen des Agrarsystems wie Klimawandel und Energiesicherheit sind eng mit verschiedenen Politikfeldern verknüpft und betreffen sowohl die regionale als auch die globale Ebene.
  • Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen erforderlich. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) kann richtungsweisend sein, wenn sie entsprechend gestaltet wird; andernfalls lassen sich die hohen Ausgaben dafür kaum begründen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie bei Agra Europe.

Weitere öffentliche Beiträge